Donnerstag, 28. Januar 2027

Ronald Clark

Gärten des Biedermeier in Hannover. Grünanlagen, Gärten und Gartenkultur in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

18:30 Uhr Niedersächsisches Landesarchiv, Hannover

Georg Laves: Blick auf das Gartenhaus der Familie Kestner in der Bult 1845, Radierung

Im Königreich Hannover (1815 – 1866) gab es außer der Ernst-August-Stadt ab den 1840er Jahren keine größere Stadterweiterung. Auf den immer weiter abgetragenen Festungsanlagen entstanden aber Promenaden und aufwändig gestaltete Plätze durch die Stadt Hannover und den Staat. Auch ließen sich viele wohlhabende Adlige und Bürger vor den Toren der Stadt Villen und Sommerhäuser mit teilweise großzügigen Gärten errichten. Prägend für die gärtnerische Entwicklung in Hannover in den 1820er bis 1850er Jahren war Christian Schaumburg (1788–1868), königlicher Gartenmeister, später Hof-Garteninspector, dessen Hauptwerk in Hannover der Georgengarten war. Schaumburg plante aber nicht nur Gärten und Parks, sondern förderte entscheidend eine neue Gartenbegeisterung. 1829 gründete sich auf seine Initiative der Gartenbau-Verein für das Königreich Hannover.

Der Vortrag lädt anhand von historischen Plänen und Bildern zu einem Spaziergang im frühen 19. Jahrhundert durch die Gärten und Parks rund um die Altstadt und Calenberger Neustadt ein: Von der Marieninsel geht es über den Garten von Bella Vista und die Gärten am Kestnerschen Gartenhaus bis zum Windmühlenberg an der Georgstraße, aber auch ein Abstecher zu den ‚Gartenkosaken‘ ist vorgesehen.

Fast alle Anlagen sind schon im späten 19. Jahrhundert den rasanten Stadterweiterungen zum Opfer gefallen. Beim Anblick der verschwundenen Gärten könnte schon ein wenig Wehmut an eine vermeintlich ‚gute alte Zeit‘ aufkommen.