Donnerstag, 18. März 2027

Dr. Barbara Klössel-Luckhardt, Wolfenbüttel

Mit Bild und Siegel – Selbstrepräsentation welfischer Fürstinnen im hohen Mittelalter

18:30 Uhr Niedersächsisches Landesarchiv, Hannover

Links: Siegel der Mechthild oder Mathilde von Brandenburg, Herzogin von Braunschweig-Lüneburg (1210-1261)
Rechts: Siegel der Agnes von Brandenburg, Herzogin von Braunschweig-Lüneburg (1297/98-1334)

Welfische Fürsten und Fürstinnen des Hochmittelalters blieben selten in figürlichen Darstellungen ihrer Zeit überliefert, nur vereinzelt in postumen Grabdenkmälern. Frauen des welfischen Hauses jedoch führten besonders im 13. und frühen 14. Jahrhundert wiederholt Siegel, in denen sie sich in ganzer Gestalt darstellen ließen. Ausgestattet waren sie dabei mit augenfälligen Attributen der Macht, herrscherlichem Mobiliar, kostbaren Ornat und heraldischem Beiwerk. Zur diplomatischen Anwendung kamen diese Siegel vor allen in krisenhaften Situationen wie Regentschaftszeiten und Erbstreitigkeiten. Besonderes Augenmerk soll auf die Siegel der Herzogin Mechthild von Braunschweig-Lüneburg (gest. nach 1263) gerichtet werden, die aktuell unter dem Titel „Die erste Frau in der Stadtgeschichte Hannovers“ im Stadtarchiv vorgestellt wird.