Donnerstag, 22. März 2018

Prof. Dr. Uwe Danker, Schleswig/Flensburg
Grandioses Scheitern oder kluger Pragmatismus? Entnazifizierung in der britischen Zone.
19:30 Uhr Historisches Museum am Hohen Ufer, Hannover

Bad Oldesloe: Entnazifizierungsausschuss: Königin-Luise-Schule, Aula: Verhör von ehemaligem Kreisleiter Erich Friedrich: Ausschussmitglied an Tisch mit Unterlagen: Raum mit Holzvertäfelung, Bleiglasfenster, rechts Stufen zu Podest, Holzschranke, 1949

 

Die alliierten Siegermächte des Zweiten Weltkriegs hatten sich früh darauf geeinigt, nach Kriegsende in ihren Besatzungszonen umfassende politische Säuberungen durchzuführen. Trotz der Bemühungen im ein koordiniertes Vorgehen fand das soziale Großexperiment von Zone zu Zone unterschiedlich statt; das britische Vorgehen gilt gemeinhin als vergleichsweise nachsichtig. Aufarbeitung umfasste auch strafrechtliche Ahndung von NS-Gewaltverbrechen und Wiedergutmachung erlittenen Unrechts. Der Referent ordnet die Entnazifizierung ein in das britische Gesamtkonzept der Besatzungspolitik, die schließlich der Etablierung einer stabilen deutschen Demokratie dienen sollte. Einbeschriebene Zielkonflikte, Verlauf und statistische Daten, Spezifika der britischen Zone werden beleuchtet, schließlich markante historische Wertungen diskutiert.